Alles hat damit angefangen, dass meine Birnenform durch tägliches Training mit Schokolade, Nutella und Nussecken immer perfekter wurde.
Die Aufwertung der konditionellen Leistung wurde täglich durch
10 - 15 Zigaretten unterstützt. Mit meinen strammen 96 kg und 182 cm stand ich dann vor dem Spiegel und machte 2 Selfies.
Ich wollte wieder fit sein, fühlte mich aber dennoch wohl. Warum viel ändern, andere schauen schlechter aus... Aber ein bisschen laufen kann ja nicht schaden und in 10 Tagen bin ich top fit.

Ich brauchte nur noch ein Ziel, ganz ohne ist es ja auch nix. Also ab ins Internet und gucken, was ich so als Ziel finde.

Aha, ein Laufseminar! Genau meins, dachte ich. Inhalt des Seminars war Marathon Vorbereitung. Ist doch perfekt! Ich hatte Laufschuhe, ein perfektes Ziel, jetzt konnte es losgehen!

Nach 2 Wochen Laufen waren die 5 km noch immer sau anstrengend, die Laufpausen wurden größer und ich hörte wieder auf.

Der Tag des Seminars kam näher, eine Woche Lauftraining auf Fuerteventura mit Herbert Steffny.

Mist, dachte ich, wie kann ich das wieder stornieren. Stornieren ging leider nicht mehr. Also dann fliege ich halt nach Fuerteventura und sage einfach, ich hätte mich verletzt und könnte leider, leider nicht laufen. War ein doofer Plan, aber besser als keiner.

Am Flughafen noch schnell 5 Zigaretten rauchen, damit ich über den Flug komme und los ging es am 24.01.2015, Abflug von München nach Fuerteventura.

Dort fing ich an, das erste Mal richtig zu laufen. Was für ein tolles Gefühl, sich zu bewegen, mit anderen Menschen Sport zu machen, meine Gedanken baumeln zu lassen, den Kopf frei zu bekommen.

Von Herbert gab es eine klare Ansage: 14,9 kg abhüften, aufhören zu rauchen, richtig essen und 3 Mal die Woche laufen. Ich war total fassungslos, bin ich wirklich in einer scheiß Form?

Fuck, jetzt muss ich wirklich was tun…

Am Freitag, letzter Tag meines ersten Trainings, war der gefürchtete Wettkampf. 5 km Strandlauf!

Für mich ging es um Leben und Tod, jetzt nur nicht Letzter werden. Ich schaffte die 5 km am Strand in 26:08 Minuten. Seitdem laufe ich 3 Mal die Woche und wiege inzwischen 80 kg.

Frühjahr 2015, am Küchentisch sitzend, dachte ich:

Ich laufe für einen Marathon.

Ich laufe für einen Menschen, der mir soviel bedeutet.

Ich laufe, um einen Traum mal zu erfüllen.

Heute weiß ich, es gibt viele Ziele und Wege,

es gibt aber nur ein Leben und ich kann es füllen mit ganz vielen Träumen.

 

Wenn ich diese Fähigkeit zu träumen nicht mehr habe, verliere ich mich selber.

Ich weiß, meine Träume machen viel von dem aus, was ich bin.

Meine Träume sind die Essenz von dem, was ich bereits bin, werden und noch erreichen kann.

Ohne zu träumen, habe ich kaum eine Chance etwas zu erreichen.

Vielen Dank fürs Teilen

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